Wissenswertes

Elektronische Kennzeichnung für Hunde

Seit dem 1. Jänner 2010 sind alle HundehalterInnen verpflichtet ihre in Österreich gehaltenen Hunde mit einem elektronisch ablesbaren Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Außerdem müssen die Hunde in einer Bundesdatenbank registriert werden.

Dieser Chip enthält eine 15-stellige unverwechselbare Nummer, hält ein Leben lang und ist nicht gesundheitsschädlich. Das Einsetzen ist mit einer Impfung für das Tier vergleichbar.

Die Eintragung in diese Bundesdatenbank kann von den TierhalterInnen selbst oder den behandelnden TierärztInnen vorgenommen werden oder es können die Daten von der Bezirksverwaltungsbehörde, in Wien vom Veterinärdienst und Tierschutz (MA 60) eingetragen werden. Die MA 60 benötigt für den Eintrag in die Datenbank ein ausgefülltes Registrierungsformular. Es kann telefonisch unter +43 1 4000-8060 oder per E-Mail: post@ma60.wien.gv.at bei der MA 60 bestellt werden.

Hunde, die in privaten Datenbanken vor 2009 eingetragen worden sind, müssen jedenfalls in der Bundesdatenbank neu registriert werden. Für alle anderen Hunde, die ab diesem Stichtag bei animaldata.com oder petcard.at registriert worden sind, werden die Daten automatisiert übernommen.

Für KatzenhalterInnen ist das Chippen ihrer Tiere freiwillig, lediglich für den Reiseverkehr über die Grenze hinaus müssen auch Katzen gechippt und die Nummer im Heimtierausweis eingetragen sein.

Welpen müssen spätestens mit einem Alter von drei Monaten, jedenfalls aber vor der ersten Weitergabe gechippt werden. Alle HundehalterInnen müssen binnen eines Monats nach der Kennzeichnung, nach der Einreise oder nach der Weitergabe des Hundes für die Eintragung ihrer Daten und der des Hundes in der Bundesdatenbank Sorge tragen. Das Einsetzen des Chips und das Ausstellen des EU-weiten Heimtierausweises für das Tier besorgen alle praktischen TierärztInnen.

Heimtierdatenbank

Chip- und Registrierungspflicht für Hunde

Sachkundenachweis für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential gem. § 2 NÖ Hundehaltegesetz

Das NÖ Hundehaltegesetz regelt die Haltung von Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotential.

Dazu zählen:

  • American Staffordshire Terrier
  • Bandog
  • Bullterrier
  • Dogo Argentino
  • Pit-Bull
  • Rottweiler
  • Staffordshire Bullterrier
  • Tosa Inu
  • und für Mischlinge mit o.a. Rassen

Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential gemäß § 2 des NÖ Hundehaltegesetzes sind Hunde, bei denen auf Grund ihrer wesensmäßig typischen Verhaltensweise, Zucht oder Ausbildung eine gesteigerte Aggressivität und Gefährlichkeit gegenüber Menschen und Tieren vermutet wird. Bei Hunden o.a. Rassen oder Kreuzungen sowie deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden wird ein erhöhtes Gefährdungspotential stets vermutet.

Als Sachverständige im Sinne des § 2 Abs. 4 des NÖ Hundehaltegesetzes, LGBl. 4001-1, gelten jedenfalls gerichtlich beeidete Sachverständige aus dem Fachgebiet Veterinärmedizin, welche in der Gerichtssachverständigenliste eingetragen sind. Tierärzte gemäß Tierärztegesetz sind ebenfalls Sachverständige im Sinne des § 2 Abs. 4 des NÖ Hundehaltegesetzes.


NÖ Hundehaltegesetz und NÖ Hundehalte-Sachkundeverordnung

Im § 2 und § 3 der NÖ Hundehalte-Sachkundeverordnung erfolgen nähere Ausführungen zum Inhalt des allgemeinen Teiles (in einer Dauer von zumindest vier Stunden) und zum Umfang der Erfordernisse der Leinenführigkeit, Sitzen und der Freifolge im Rahmen des praktischen Teiles (in einer Dauer von zumindest sechs Stunden).

Die Sachkunde gilt dann als erbracht, wenn der Hundehalter oder die Hundehalterin die erfolgreiche Absolvierung der Ausbildung und die Beherrschbarkeit der vom Gesetz und durch die Durchführungsverordnung näher determinierten Inhalte durch Vorlage einer Ausbildungsbestätigung nachweisen kann, welche von einer nach Zulassung durch die Landesregierung berechtigten Person ausgestellt wurde.

Die NÖ Hundehalte-Sachkundeverordnung enthält in § 5 Abs. 1 eine Bestimmung zur Anrechnung gleichwertiger Sachkundenachweise für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential. Einerseits gelten absolvierte Ausbildungen (mit dem betreffenden Hund) nach vergleichbaren Vorschriften eines anderen Bundeslandes (wie z.B. in Wien) als gleichwertige Sachkundenachweise, andererseits gilt der Nachweis der erforderlichen Sachkunde zur Haltung eines Hundes auch dann als erbracht, wenn der Hundehalter oder die Hundehalterin die Absolvierung einer vergleichbaren Ausbildung mit dem betreffenden Hund nachweisen kann, die den Anforderungen nach § 2 und § 3 der Durchführungsverordnung entspricht (z.B. Begleithundeprüfung mit Verhaltenstest und Sachkundenachweis für Hundeführer, sog. BH-Prüfung 2010).

Gemäß § 4 Abs. 4 des NÖ Hundehaltegesetzes hat ein Hundehalter oder eine Hundehalterin eines Hundes gemäß § 2, der oder die zum Zeitpunkt der Anzeige über keinen Sachkundenachweis gemäß Abs. 2 verfügt, den Sachkundenachweis binnen sechs Monaten ab Anzeige der Haltung des Hundes der Gemeinde vorzulegen. Handelt es sich um einen jungen Hund, ist der Sachkundenachweis innerhalb des ersten Lebensjahres des Hundes vorzulegen. Die Vorlage des Nachweises der erforderlichen Sachkunde gemäß § 4 Abs. 2 ist nicht notwendig, wenn der Hund zum Zeitpunkt des Inkraftretens des Gesetzes älter als acht Jahre ist.

NÖ Hundehaltegesetz und NÖ Hundehalte-Sachkundeverordnung


Beschränkung der Hundehaltung

§ 5 Abs. 1 des NÖ Hundehaltegesetzes normiert, dass die Haltung von mehr als zwei Hunden mit erhöhtem Gefährdungspotential oder auffälligen Hunden in einem Haushalt verboten ist, wobei § 5 Abs. 2 leg. cit. Ausnahmen festlegt, bei deren Vorliegen das Halten von mehr als zwei Hunden als gerechtfertigt erscheint (z.B. das Halten von Hunden zum Zwecke der Zucht, sofern diese gemäß § 31 Abs. 4 des Tierschutzgesetzes ordnungsgemäß angezeigt wurde).

Österreichisches Tierschutzgesetz
Ziel dieses Bundesgesetzes ist der Schutz des Lebens und des Wohlbefindens der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf.

1. Tierhaltungsverordnung
Regelt Haltungsbedingungen für Pferde und Pferdeartige, Schweine, Rinder, Schafe, Ziege, Schalenwild, Lamas, Kaninchen, Hausgeflügel, Straußen und Nutzfische

2. Tierhaltungsverordnung
Regelt Haltungsbedingungen für alle anderen Tierarten – auch Hund und Katze

Hundehaltegesetz
Ergänzend für Niederösterreich

Hundeführschein
Ergänzend für Wien

Washingtoner Artenschutzübereinkommen
Enthält wichtige Informationen für die Halter von Exoten

 

Sonstige:

eigene Hotline für Fragen zum Tierschutz und zur Rettung von Tieren in Niederösterreich

Kontaktinformationen NÖ Tierschutzombudsstelle

 

Kaninchen-Helpline – Kaninchen-Helpline Österreich

Papageienschutz – Arbeitsgemeinschaft Papageienschutz / Wien

Tierhilfswerk – Tierhilfswerk Österreich

Reptilienverein – Reptilienverein Weinviertel

Tipps vom Tierarzt

Im Rahmen von Radiobeiträgen auf Radio NÖ haben Tierärzte im Lauf des Jahres 2019 zu einigen tierschutzrelevanten Themen Interviews gegeben.

Diese Interviews können Sie hier nachhören – Sie erfahren Wissenswertes über Erste Hilfe-Maßnahmen bei Haustieren, über Bedürfnisse von Tieren im Seniorenalter und vieles andere mehr.

Die erste Instanz für den Vollzug des Veterinärwesens und damit die direkte Anlaufstelle für die Problemlösung vor Ort, sind die Amtstierärzte in den Verwaltungsbezirken. In Niederösterreich sind alle Bezirkshauptmannschaften und Magistrate der Städte mit eigenem Statut mit Amtstierärzten besetzt. Diese stehen zu den Amtsstunden für Anfragen im Rahmen der amtstierärztlichen Aufgabengebiete und Problemstellung zur Verfügung.

Außerhalb der Amtsstunden der Bezirkshauptmannschaften und Magistrate der Städte mit eigenem Statut steht in jedem Viertel Niederösterreichs ein Amtstierarzt im Rahmen der Rufbereitschaft für Notfälle zur Verfügung. Die Erreichbarkeit können Sie über die nächstgelegene Polizei- oder Gendarmeriedienststelle erfragen.

Der öffentliche Veterinärdienst erfüllt ein breites Spektrum an Aufgaben in der Tierhaltung und in der Lebensmittelproduktion:

  • Überwachung der Produktion von Lebensmitteln tierischer Herkunft
  • Tierseuchenbekämpfung
  • Überwachung des Tierverkehrs und des Verkehrs mit tierischen Produkten
  • Kontrolle der Tierhaltung
  • Kontrolle der Tierzucht
  • Kontrolle des Tiertransportes
  • Kontrolle des Tierschutzes
  • Überwachung der Anwendung von Tierarzneimitteln
  • Überwachung der Entsorgung von tierischen Abfällen und der Tierkörperbeseitigung
  • Aufsicht über die tierärztlichen Ordinationen und Hausapotheken

Als nächste Instanz besorgt der Landeshauptmann die Veterinärangelegenheiten, die von der jeweiligen Landesveterinärdirektion administriert werden.

Oberste Instanz ist die Veterinärverwaltung im Bundesministerium für Gesundheit. Der Österreichische Verfassungsgerichtshofes hat in einer Entscheidung vom 13. Dezember 1950 das Veterinärwesen wie folgt definiert:

„Das Veterinärwesen umfasst alle Maßnahmen, die zur Erhaltung des Gesundheitszustandes von Tieren und zur Bekämpfung der sie befallenden Seuchen, sowie zur Abwendung der aus der Tierhaltung und der aus der Verwertung der Tierkörper und der tierischen Produkte mittelbar der menschlichen Gesundheit drohenden Gefahren erforderlich sind.“

Unter Vollziehung des Veterinärrechtes versteht man die gesamte Tätigkeit aller Veterinärbehörden.

Quelle: www.noe.gv.at